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WeChat Pay führt Gebühren für Kreditkartenzahlungen ein

WeChat Pay, die Zahlungsplattform des chinesischen Chat-Dienstes WeChat, wird in Zukunft Transaktionen mit einer Gebühr berechnen.

Am 7. November 2017 gab die Geschäftsführung von WeChat bekannt, dass es seinen Usern bei Kreditkartenzahlung fortan eine Gebühr von 0,1% berechnen werde. Ab dem 1. Dezember 2017 sollen Nutzer, die ein Zahlungslimit von 5.000 Yuan (etwa 767 USD) pro Monat überschreiten, die Gebühr auf den überzogenen Betrag zahlen. WeChat ist die erste chinesische Online-Zahlungsplattform, die ihre Nutzer mit einer Gebühr belegt.

Momentan übersteigen in China mehr als 50% der monatlichen Transaktionen per Kreditkarte diese Grenze. Bei Einführung der neuen Gebühr werden viele Nutzer von WeChat Pay wahrscheinlich auf Plattformen umsteigen, die weiterhin kostenlos sind.

Wettbewerber weiterhin mit gebührenfreien Diensten verfügbar

Über Alipay, den bisher größten Wettbewerber, können Benutzer Zahlungen weiterhin gebührenfrei und in Echtzeit tätigen. Insgesamt unterstützen 42 Partnerbanken die Zahlungsplattform. Zwar variieren die monatlichen Transaktionslimits in Alipay, abhängig davon welche Bank man als Kunde nutzt, dennoch liegen die Grenzen weitaus höher als bei WeChat Pay: Für Kunden der China Merchants Bank z. B. liegen die Limits bei 25.000 RMB (etwa 3.832 USD) pro Transaktion und Kunden der Shanghai Pudong Development Bank verfügen über ein monatliches Limit von 50.000 RMB (etwa 7.664 USD). Schon 2014 nutzten mehr als 10 Mio. User weltweit Alipay als ihr bevorzugtes Zahlungssystem. Bis heute ist die Anzahl der Nutzer auf 520 Mio. gestiegen.

Es gibt in China zahlreiche weitere Bezahlplattformen, die kostenlose Kreditkartenzahlungen anbieten

Im Jahr 2014 führte auch die chinesische Finanzplattform JD Finance einen gebührenfreien Dienst für Kreditkartenzahlungen ein. Das maximale Transaktionslimit über JD Finance liegt derzeit bei 30.000 RMB (etwa 4.595 USD) pro Tag oder 50.000 RMB (etwa 7.658 USD) im Monat. JD Finance bietet seinen Nutzern außerdem Rabatte für ausgewählte Aktionen an. Allerdings gibt es Beschwerden über die Geschwindigkeit von Buchungen, die bei einigen Nutzern mit erheblicher Verzögerung durchgeführt werden.

Kreditkarteninhaber können in China auch den kostenfreien Dienst von Baidu Wallet für ihre Zahlungen nutzen. Baidu verspricht seinen Nutzern sämtliche Transaktionen innerhalb von 24 Stunden zu bearbeiten. Das Zahlungslimit liegt hier bei maximal 50.000 RMB (7,658 USD) am Tag.

Mit 38 Banken bietet Suning Financial seinen Nutzern ein ähnlich umfangreiches Angebot wie Alipay und spielt mit einem  Transaktionslimit von 40.000 RMB (etwa 6.119 USD) am Tag bzw. 50.000 RMB (7.658 USD) im Monat in der oberen Liga. Jedoch gibt es auch hier Probleme bei der Synchronisation von Transaktionen mit den Partnerbanken, was zu Zahlungsverzögerungen führen kann. In China führte dies zu einer schlechten Bewertung durch die Nutzer.

Auch wenn WeChat derzeit darauf abzielt Gewinne durch ihre Gebühren zu erzielen, so kann diese Entscheidung zu einem Verlust zahlreicher User führen. Das Angebot an Online-Zahlungsplattformen in China ist groß. Am Ende entscheiden Kunden und Unternehmen, über welche Plattformen sie zukünftig gehen wollen.

 

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