Beschäftigungsverhältnisse in China

Ausländische Unternehmen, die ihre Tätigkeit nach China erweitern wollen, benötigen ein Verständnis über lokale Praktiken der Beschäftigung von Arbeitnehmern vor Ort.

Die vielen Gesetze, die in den jeweiligen asiatischen Staaten die Beschäftigungspraktiken regeln, variieren von Land zu Land und die Einstellungsverfahren laufen unterschiedlich ab. So bieten chinesische und vietnamesische Vorschriften ihren Arbeitnehmern größeren Schutz und setzen, vergleicht man sie mit Indien, eine besondere Sorgfaltspflicht des Arbeitgebers voraus. Firmen die eine Präsenz in mehr als einer dieser boomenden Regionen Asiens etablieren möchten, benötigen daher auch mehr als nur eine HR-Richtlinie.

Chinesische Gesetze sind oft offen formuliert, damit lokalen Behörden mehr Spielraum bleibt, sie selbst auszulegen oder zu ergänzen

In China ist es Unternehmen gestattet, heimische und ausländische Arbeitnehmer einzustellen. Dennoch sollten  einige Überlegungen angestellt werden, um Herausforderungen die in Europa nicht existieren zu meistern. Neben dem Arbeitsvertragsgesetz der chinesischen Zentralregierung existieren zahlreiche Bestimmungen auf lokaler Ebene. Zu beachten sind unterschiedliche Regelungen in Bezug auf  Mindestlohn, Vergabe von Arbeitsgenehmigungen an Ausländer, Höhe der Beiträge zur Sozialversicherung und Regelungen in Bezug auf Mutterschaftsurlaub.

Im folgenden Abschnitt geben wir einen Einblick in allgemeingültige chinesische Beschäftigungspraktiken.

Ein Grund weshalb ausländische Unternehmen Probleme haben, Fachkräfte in China zu finden

Grundsätzlich müssen Unternehmen nicht in China ansässig sein, um Personal für Tätigkeiten vor Ort anzustellen. Sofern ein Arbeitsvertrag mit einem außerhalb des chinesischen Festlands ansässigen Unternehmen besteht, fällt dieser nicht in den Geltungsbereich chinesischer Gesetzgebung. In dem Fall ist die Zahlung von Sozialleistungen für den Arbeitnehmer oder die Einbehaltung der Einkommenssteuer bis zur Lohnauszahlung ausgeschlossen. Dies kann insbesondere bei der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften zu Problemen führen. Einen chinesischen Steuerrechner finden Sie übrigens hier, auf der Website unseres Partners.

Für befristete Verträge gelten Sonderregelungen

Die große Mehrzahl der in Chinas Privatsektor angestellten Arbeitnehmer besitzt befristete Verträge. In China kann ein befristeter Vertrag lediglich einmalig erneuert werden. Bei wiederholter Erneuerung muss dem Arbeitnehmer ein unbefristeter Vertrag gewährt werden. Dies gilt grundsätzlich sowohl für Teilzeitkräfte als auch für Vollzeitangestellte und auch bei wiederholter Erneuerung von Verträgen mit besonders kurzer Laufzeit.

Bei Abschluss eines Beschäftigungsverhältnisses ist dem Arbeitnehmer binnen eines Monats nach Aufnahme der Tätigkeit ein schriftlicher Vertrag zur Gegenzeichnung vorzulegen. Bei Nichteinhaltung dieser Vorschrift hat der Arbeitnehmer Anrecht auf doppelte Gehaltszahlung, für jeden Monat den er ohne schriftlichen Arbeitsvertrag beschäftigt wurde. Sollte ein Arbeitnehmer nach einem Jahr der Tätigkeit keinen schriftlichen Vertrag vorliegen haben, wechselt sein Arbeitsverhältnis automatisch in eine unbefristete Beschäftigung.

Vertragskündigung und Ausnahmen während der Probezeit sowie im ersten Jahr der Beschäftigung 

Der Kündigungsschutz für Arbeitnehmer wird in China besonders streng gehandhabt und kann zu kostspieligen Verfahren führen. Lediglich während der Probezeit bestehen Sonderregelungen, die die Bandbreite an Möglichkeiten zur ordentlichen Kündigung für den Arbeitgeber erweitern. Darunter befindet sich auch die Möglichkeit zur verminderten Gehaltszahlung.

Arbeitnehmer können in China jederzeit mit einer Frist von 30 Tagen kündigen. Arbeitgeber hingegen müssen die Kündigung eines Arbeitsvertrags vor Fristende begründen – die Zahl der für den Gesetzgeber akzeptablen Begründungen ist dabei begrenzt. Für den Fall derartiger Kündigungen sieht der chinesische Staat gesetzlich geregelte Abfindungssummen vor. In der Praxis liegen die Summen jedoch meist über der gesetzlichen Vorgabe, was dazu führt, dass Abfindungen in China z. T. einen großen Anteil der Personalkosten ausmachen.

Im ersten Jahr der Beschäftigung besteht für Arbeitnehmer übrigens kein Anrecht auf eine Mindestanzahl von Urlaubstagen. Ausgenommen von dieser Regelung sind Urlaub während Feiertagen wie dem Chinesischen Neujahrsfest und den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag. Eine Übersicht chinesischer Feiertage in diesem Jahr finden Sie hier.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner Dezan Shira & Associates. Enthaltene Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Bitte kontaktieren Sie uns für weitere Informationen.

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